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Muß ich eine Abwasserdichtheitsprüfung durchführen und was kostet sie?

GESCHER (fjk). Diese und andere Fragen wird sich der Gescheraner Häusle-Besitzer kurzfristig stellen müssen. Und die Antwort ist ebenso einfach wie klar: Ja! Denn langsam spricht es sich herum: Spätestens ab 2016 müssen alle Grundstücks- und Immobilienbesitzer auf Anfrage  nachweisen können, dass ihre Abwasserleitungen dicht sind, in ganz NRW also auch in Gescher.

Undichte Abwasseranlagen verschmutzen das Grundwasser und den Boden und stellen dadurch eine Gefahr für unsere Umwelt dar. -siehe Videoclip- Das Ziel des Landes Nordrhein-Westfalen ist es, ein dichtes Abwassernetz zu schaffen. Für die öffentlichen Kanäle steht die öffentliche Hand in der Verpflichtung, auf den Privatgrundstücken ist der Grundstückseigentümer zuständig: Jeder Grundstückseigentümer ist verpflichtet, die Grundstücksentwässerungsanlagen auf seinem Grundstück auf Dichtheit zu prüfen.

Damit beschäftigt sich der Abwasserwerksausschuß in seiner Sitzung am Dienstag. Hendrik Stegemann, Chef der EGW und des Abwasserwerks wird einen Zeitplan vorlegen, wie die Aufgabenstellung bis 2016 bewältigt werden kann. Unterstützt wird er dabei von der “Kommunal- und Abwasserberatung NRW” aus Düsseldorf. Dr. Ralf Togler wird die rechtlichen und technischen Aspekte in der Sitzung vorstellen. Die Ausschußmitglieder können ihn dazu ausführlich befragen.

Grundsätzlich ist die Dichtheitsprüfung bei einer Änderung oder Errichtung der Grundstücksentwässerungsanlage, spätestens jedoch bis zum 31.12.2015 durchzuführen. Zu einer Änderung zählen auch Reparaturen an der Grundleitung oder am Anschlusskanal. Zur Grundstücksentwässerungsanlage, die auf Dichtheit geprüft werden muss, gehören alle Leitungen, Grundleitungen und Anschlusskanäle, sowie evtl. vorhandene Schächte.

Ein Riesengeschäft für solche auf Dichtheitsprüfungen spezialisierte Firmen. Der Gesetzgeber sieht klare Qualifikationen für solche Firmen vor. Dennoch: Leider sind schon mehrfach sogenannte „Kanalhaie” von Tür zu Tür gezogen und haben durch gezielt überzogene und falsche Schadensbilder Hauseigentümer verunsichert und sofortige Hilfe angeboten. Das kann sehr grundsätzlich und meistens ebenso teuer “schief gehen”. Also Vorsicht! Seriöse Firmen bieten ihre Dienste nicht an der Haustüre an!

Lies hier: AZ-online – “Alle Leitungen muessen dicht sein.”

grab Nur noch wenige Tage bis zum Fest Allerheiligen. Mit Liebe und Hingabe werden die Gräber unserer Lieben, die vor uns gegangen sind, zurecht gemacht. Ein schöner Brauch. In dieser Zeit trifft man im Blumencenter von Gescher, Industriegebiet Süd-Ost, besonders nette Kunden. Knospenheide, Grabgestecke, Grableuchten.. eben alles was man für ein gepflegtes Grab braucht, hier finden Sie es.

9 Kommentare zu Muß ich eine Abwasserdichtheitsprüfung durchführen und was kostet sie?

  1. Hier ist eine interessante Internet-Seite http://www.kanalcheck7.de … Die helfen einen Unternehmen zu finden. Hab es durch eine Bekannte erfahren. Die hat sich hier Ihre Firmen raus gesucht.

  2. Hallo zusammen,

    mittlerweile gibt es immer mehr Widerstand gegen die Art und Ausführung der Dichtheitsprüfung.
    Siehe Artikel im Stadtanzeiger vom 24.08.2011
    http://www.hackenschlatt.de/attachments/File/Dichtheitspruefung/Stadtanzeiger_2011-08-26.JPG

    Links zu Bürgerinitiativen mit interessanten Inhalten:
    http://www.buerokratie-irrsinn.de/schnell_informiert.html
    http://bil2011.jimdo.com/neue-meldungen/

    Anscheinend gibt hier doch erheblichen Informationsbedarf.
    Die von der Stadt Gescher online gestellten Informationen werden hier nicht ausreichen.
    http://www.gescher.de/magazin/artikel.php?artikel=2259&type=2&menuid=204&topmenu=24

    Gruß Martin

  3. Bernd Isverding // 15. April 2011 um 20:04 //

    Hallo
    übernimmt irgendeine Versicherung im Schadensfall die Kosten?

    Gruß Bernd

  4. stefan geißen // 1. Dezember 2010 um 00:36 //

    hallo
    beachtet werden sollte bei dem ganzen das wie oben schon erwähnt der sachkundige zertifiziert ist,viele firmen bieten den service an obwohl sie keine zulassung haben,was bei der gemeinde dann
    nur ein müdes lächeln hervorruft wenn die bescheinigung vorgelegt wird.normalerweise sollte so verfahren werden das zuerst die leitungen gespült werden und danach optisch begutachtet werden . sollten hier schon defekte im system sichtbar sein wäre eine druckprobe wenig sinnvoll,die kosten
    liegen eher ab 500 euro aufwärts,weil der prüfer unter umständen wenn nicht vohrhanden auch noch
    einen lageplan der leitung zeichnen muß.dabei sei noch erwähnt das leitungen in gebäuden vor bj 1965 in wasserschutzgebieten schon bis 2005 geprüft sein mußten und nach din 1986-30 geprüft und bei neubauten oder reparierten leitungen nach din en 1610 zu prüfen ist.
    gruß stefan

  5. Jörg Bernhard // 13. August 2010 um 20:14 //

    Ja, das glaube ich auch. Aber allein die Logik verbietet so einen Preis. Das benötigte Equipment kostet jede Menge und wenn man einen Stundenlohn für einen Sachkundigen (Übrigens: Die Sachkunde kann niemals eine Firma haben, lediglich eine oder mehrere Personen einer Firma besitzen diese!) von 40,– EUR zugrunde legt, keine Anfahrt oder dergleichen rechnet, mit der Prüfung begonnen wird, ohne sich vorher das Haus mal angesehen zu haben und dann noch mal 40,– EUR Gerätepauschale rechnet, ist man bei einer angenommenen Arbeitszeit für die Prüfung mit Ausladen, Blasen setzen, befüllen, Beruhigungszeit, Prüfzeit und wieder ablasen und einräumen, wohlgemerkt bei nur einer Person, von einer Stunde bei 80,– EUR + MwSt. So gesehen haben die ja voll den Durchblick in diesem Büro.

    Es gibt nur eine Erklärung für einen solchen Preis: Näpper, Schnäpper, Bauernfänger.
    Das ist nämlich so die Methode der Rohrreinigungshaie, eine viel zu billge Untersuchung anbieten und im Nachgang ziemlich fragwürdige Sanierungen zu völlig überhöhten Preisen vorzunehmen und die dann vielleicht noch unfachgerecht ausführen.

    Natürlich machen Sammelaufträge Sinn, da Anfahrkosten wegfallen und manchmal ältere Häuser in Straßenzügen baugleichheiten aufweisen, was zu schnelleren Prüfungen führt und damit billiger ist.
    Bei Reihenhäusern kann es sogar teilweise zwingend notwendig sein, dass sich die Hausbesitzer zusammen tun.

  6. Franz-Josef Kunst // 13. August 2010 um 16:50 //

    Danke für den Beitrag, da “schimmert” Sachkenntnis durch. Was den Preis von ca. 100 Euro bei Sammelauftrag betrifft ist diese Aussage des vortragenden Büros Fakt. Ich war selbst dabei!!!!

  7. Jörg Bernhard // 13. August 2010 um 15:56 //

    Hallo,

    richtig, es wird nur erdverlegte (also Grundleitungen und Anschlußkanal, sowie Schachtbauwerke) Schmutzwasser- und Mischwasserkanalisation geprüft.

    Es wird dann unterschieden zwischen Bestandsleitungen, Neuen Leitungen und Leitungen in Wasserschutzgebieten. In der Regel handelt es sich um Bestandsleitungen. Hier greift die DIN 1986-30.
    Es kann mit Luft, Wasser oder mittels TV-Kamera geprüft werden. So, und die Prüfung mit Luft ist in der Regel nicht praktikabel. Für die Prüfung mit Wasser, ist zwingende Voraussetzung die möglichst genaue Kenntnis der zu prüfenden Grundstücksentwässerungsanlage, (Zur Prüfung muß die Rohrinnenfläche möglichst genau bekannt sein), da reichen keine “Planungspläne”, sondern Bestandspläne. Eventuell reicht hierfür auch eine Begehung. Gibt es keinen plausibelen Plan, muß die Kamera rein. Dann wird´s richtig teuer. Denn dann muß das gesamte zu prüfende Kanalnetz mittels Hochdruck gereinigt werden und dann im Anschluß untersucht und dokumentiert. Da kann schon mal leicht ein ganzer Tag draufgehen. Außerdem ist meist das Vorhandensein eines Schachtes zwingend notwendig. Ist kein Schacht vorhanden, kann es sein, daß die Dichtheitsprüfung unmöglich ist.

    Naja, und jetzt der Aufreger schlecht hin, also wie kommt der Gutachter dazu, daß eine Dichtheitsprüfung der Grundstücksentwässerung für 100 EUR zu bekommen sei.
    Das gibt´s wohl in ganz Deutschland nicht. Eine günstige Dichtheitsprüfung ist wohl für 300- 500 EUR machbar. Eine Prüfung mit Kamera fängt sicherlich bei ca. 500 EUR an, nach oben hin offen…

    Ich mußte das gerade mal loswerden.

    Viele Grüße
    Jörg Bernhard

  8. Franz-Josef Kunst // 29. Juni 2010 um 22:51 //

    Hallo “Flinn”,

    danke für die Blumen. Tut gut! Ihre Fragen haben wir heute im Abwasserwerksausschuß besprochen. Zu Punkt 1: Reine Regenwasserleitungen sind von der Verpflichtung zur Dichtigkeitsprüfung nicht betroffen. Alle anderen ja! Also Schmutzwasser und Mischwasser.

    Zu Punkt 2: Neubauten sind dann betroffen, wenn sie bisher keine Dichtigkeitsprüfung vorgenommen haben, die im übrigen nach dem Gesetz alle 20 Jahre wiederholt werden soll! In Zukunft muss eine Dichtigkeitsprüfung bei Neuanlage und Veränderung vorgenommen werden, unabhängig von den geltenden Fristen, z. Zt. 2015.

    So eine Prüfung kostet zwischen 150 und 500 Euro je nach Größe der Anlage. Bei Sammelvergabe ist man aber auch schon auf einen Preis um die 100 Euro gekommen, sagte der vortragende Sachverständige.

    Viel dramatischer dürfte das sein, was danach kommt. Die Sanierung. Man geht davon aus, dass bis zu 70 % aller Grundstücke “undicht sind”. Wie hoch die Kosten dann sind, hängt wieder vom Aufwand ab. Das kann schon mal einige tausend Euro kosten. Die teuerste bisher bekannte Privatsanierung schlug mit Euro 7.000 zu Buch.

    Jetzt aber eine gute Nachricht. Durch Satzungsbeschluß und Kooperation mit der öffentlichen Hand (die muß ihr, also das öffentliche Kanalnetz praktisch komplett auf Dichtigkeit prüfen) kann die Frist von 2015 bis auf maximal 2025 verlängert werden. Das streben wir hier in Gescher an. Wie eine evtl. Sanierung durchzuführen und zu kontrollieren ist, davon hat im Augenblick niemand eine richtige Ahnung. Es gibt viel Unausgegorenes in dem Gesetz.

    Darf ich Ihnen was sagen? Ich halte das Ganze so für ziemlichen Humbug! Vor allen Dingen kennt niemand “wirklich” das Ziel dieser Aktion. Weniger Fremdwasser in der Kläranlage, klar. Aber wer stellt den Vorher-Nachher-Zustand fest. An welchen Parametern? Wenn der Bürger diese Aktion akzeptieren soll, muß noch einiges an Klärung und Aufklärung passieren.

    Eine “kühle” Nacht
    wünscht Ihnen

    Franz-Josef Kunst

  9. Hallo!
    Zwei Fragen habe ich hierzu:
    1. Geht es um Regenwasser oder Schmutzwasser? Oder um beides?
    2. Sind auch Neubauten betroffen? Wenn nein: Bis zu welchem Alter nicht?

    Zum Schluss ein großes Lob fuer Gescherblog!
    Viele Gruesse
    Flinn

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