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Hochmoor: „Einen Schlag in`s Gesicht zum Jubelfest!“

GESCHER/HOCHMOOR (fjk). Die Bestrebungen den Ortsteil Hochmoor mit einem Autobahnanschluss an die A31 anzubinden werden aufrechterhalten. Ein entsprechender Ratsbeschluss (Gemeinsamer Antrag der CDU Gescher und Velen) aus dem Jahre 2000 bleibt bestehen. Der Bau- und Planungsausschuss setzte sich mit einem  Patt-Ergebnis von 7:7 über das Votum der Hochmooraner Bürger vertreten durch den Bezirksausschuss hinweg.  Bei Stimmengleichheit ist ein Antrag   abgelehnt. Der Bezirksausschuss in Hochmoor hatte sich bei nur einer Gegenstimme (Kappenhagen, CDU) gegen einen Autobahnanschluss ausgesprochen.

Velen und Hochmoor - Autobahnanschluss in Hochmoor.

Wahrlich kein schönes Geschenk des Bürgermeisters zum Jubiläum des Ortsteils an diesem Wochenende. Der Bürgermeister, noch in der Sitzung des Bezirksausschusses hatte er die Meinungen von Hochmooraner Bürgern  zu diesem Thema als „Scheißhausparolen“ bezeichnet, gelang es damit seine Abstimmungsschlappe in Hochmoor wieder wettmachen.

Die Argumente gegen einen Autobahnanschluss sind vielfältig, klar und nachvollziehbar: 1. Er ist überflüssig. 2. Drei Abfahrten innerhalb von 10km Autobahnstrecke im ländlichen Raum wären ein Fall für den Bundesrechnungshof. 3. Zusätzliche Verkehrsemissionen belasten die Wohn- und Lebensqualität des Ortes. 4. Eine erhöhte Kriminalität verursacht durch Autobahnanschluss und Rastanlage ist vorhersehbar weil schon heute statistisch belegbar. 5. Die Naturschutzgebiete Kuhlenvenn und Fürstenkuhle werden irreparable Schäden erleiden usw..

Das es überhaupt zu diesem Patt-Ergebnis im Bauausschuss am Mittwoch kam und es damit beim Autobahnanschluß bleibt ist einigen „peinlichen“ Auffälligkeiten zu vedanken:

Der Hochmooraner Vertreter stimmt für den Autobahnanschluss seines Heimatortes.

KappenhagenFür die CDU-Mitglieder aus Hochmoor sprach Hans Josef Kappenhagen, der als einziger im Bezirksausschuss für einen Autobahnanschluss votiert hatte. Er meinte, der Hochmooraner denke komplexer. So einfach sei die Sache nicht wie sie von der Gegenseite dargestellt werde.  Einen Autobahnanschluss wie im Jahre 2000 beschlossen wolle er auch nicht… und stimmte FÜR den Autobahnanschluss so wie im Jahr 2000 beschlossen!!

Wo war das Ausschussmitglied der Pröpstinger  H. Upgang Rotert?

Upgang Rotert..denn der gilt als Gegner des Autobahnanschlusses, meinen jedenfalls die Pröbstinger Bauern. Er ließ sich durch seinen Parteikollegen Bernd Witte ersetzen und machte damit den Weg für den Autobahnanschluss seiner Bauernschaft, denn auch die ist betroffen, frei!

Klaus Kallaus, der Joker! Alle diese „taktischen Mätzchen“ hätten der CDU nicht gereicht, eine Stimmenmehrheit zu ihren Gunsten herzustellen. Doch diesmal ließ die „stille Regie“ nichts anbrennen. Irgendetwas oder irgendwer muss den SPD-Mann Klaus Kallaus verunsichert haben. Und das obwohl sein Kollege Christian Wellering ebenso leidenschaftlich wie sachlich sauber für die SPD-Fraktion dem Anschluß eine Absage erteilt hatte.  Als sich  am Ende für die Christdemokraten eine Abstimmungsniederlage abzeichnete  postulierte der SPD-Mann mit sich noch nicht im Reinen zu sein. Er wolle sich der Stimme enthalten… und rettet somit die CDU und deren Autobahnanschluss.

Fazit: Eine Schmierenkommödie wie man sie seit langem nicht mehr im Rathaus erlebt hat. Bestürzend die totale Ignoranz des Bürgerwillens der Hochmooraner. Sie wollen diesen Anschluß nicht. Das mußte der Ausschuss respektieren. Bleibt abzuwarten wie nun der Rat in seiner Sitzung am 26. September endgültig entscheidet.  Erleben wir dann noch einmal das gleiche „unwürdige“ Possenspiel? Eins ist jedoch  heute klar: Das Verhältnis Gescher-Hochmoor hat schon jetzt Schaden genommen. Der Streit um den Autobahnanschluss darf nicht zu einer Entfremdung zwischen dem Zentralort und dem 7 km entfernten Ortsteil führen. Der Rat hat am 26. September die letzte Chance, das zu verhindern!

2 Kommentare zu Hochmoor: „Einen Schlag in`s Gesicht zum Jubelfest!“

  1. Braucht jetzt jede Kleinstadt in Deutschland drei Autobahnanschlüße?

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/09/15/auch-niederbayern-zahlen-steuern/

  2. Andreas H. // 14. September 2012 um 14:00 //

    Es entzieht sich meiner Kenntnis als „Pröbstinger Bauer“, wie andere Pröbstinger Bauern (politisch aktiv oder nicht) zum Thema stehen.

    Ich sehe aber die Marschrichtung des Velener Bürgermeisters (Hauptmann) als große Bedrohung für Gescher insgesamt.

    Meine persönliche Einzelmeinung

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