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Auf Bohlenwegen durch die Fürstenkuhle.

Hochmoor (fjk/pd). Auf gut ausgebauten, zum Teil neuen Wegen können Besucherinnen und Besucher ab Weihnachten die Naturschutzgebiete Schwatte Gatt in Vreden sowie Fürstenkuhle und Kuhlenvenn in Gescher erkunden. Zurzeit laufen noch Bauarbeiten, die der Kreis Borken in Auftrag gegeben hat.

Unter anderem entstehen im Gebiet Fürstenkuhle neue Bohlenwege. In den kommenden Monaten sollen zudem neue Informationstafeln aufgestellt werden. Die Maßnahmen in der Fürstenkuhle und im Kuhlenvenn kosten rund 85.000 Euro.

Bohlenweg in der Fürstenkuhle bei Hochmoor.

Bohlenweg in der Fürstenkuhle bei Hochmoor.

Das Geld kommt aus den Mitteln des Projekts „Grenzenlose Naturerlebnisse“. Die Europäische Union trägt 50 Prozent der Kosten, das Land 30 Prozent und der Kreis Borken beteiligt sich mit 20 Prozent. „Durch die Baumaßnahmen sollen empfindliche Bereiche der Schutzgebiete beruhigt und gleichzeitig die Besucherinnen und Besucher zu besonders schönen Punkten geführt werden“, erklärt der Leiter des Fachbereichs Natur und Umwelt des Kreises Borken, Roland Schulte.

Die neuen Informationstafeln werden die Besonderheiten der Lebensräume erläutern. Die Naturschutzgebiete in gehören zu den letzten Hochmoor- bzw. Heidemoor-Komplexen in Nordrhein-Westfalen und haben überregionale Bedeutung. Deshalb hat die Europäische Union sie in die Riege der NATURA 2000-Gebiete aufgenommen. Das NATURA 2000-Netzwerk verbindet die größten und wertvollsten Naturgebiete in Europa miteinander.

„Wer sich mit offenen Augen auf die Wege begibt, kann viele ökologische Kostbarkeiten entdecken“, erklärt Birgit Zimmermann, die zuständige Projektleiterin beim Kreis Borken. So finden sich seltene Moorpflanzen wie Wollgras und Sonnentau. Im Schilf brüten besondere Vogelarten wie die Krick- und Knäckenten. Aber auch seltene Libellenarten und Amphibien wie der Moorfrosch können mit etwas Glück beobachtet werden.

„Von manchen seltenen Vogelarten gibt es landesweit nur noch hier in den Mooren wenige Exemplare“, so Zimmermann. Durch gezielte Naturschutzmaßnahmen sei es möglich, diese Lebensräume zu erhalten und die Tiere und Pflanzen, die dort zu Hause sind, wirksam zu schützen und ihren Bestand auf Dauer zu sichern. „In den Naturschutzgebieten hat der Schutz seltener Lebensräume Vorrang vor den Freizeitansprüchen der Menschen“, betont Zimmermann.

„Gleichzeitig wollen wir Interessierten vermitteln, welchen Wert und welche Funktion die Gebiete haben.“ Deshalb gelten in Fürstenkuhle und Kuhlenvenn besondere Regeln. So ist zum Beispiel das Radfahren untersagt. Der Grund: Blindschleichen, Kreuzottern und Mooreidechsen sonnen sich auf den Wegen. Wenn Fußgänger nahen, räumen sie schnell das Feld. Radfahrer nehmen sie allerdings nicht schnell genug wahr, um sich in Sicherheit zu bringen.

Auch das Reiten ist nicht gestattet. Denn die als Wanderwege ausgebauten Strecken halten einer Nutzung als Reitweg nicht stand. Schranken verhindern, dass Reiter oder auch Quadfahrer unerlaubt die Wanderwege nutzen. Hunde müssen in den Gebieten an der Leine bleiben. „Die Gewässer und auch besonders die Schilfgürtel sind Brut- und Lebensraum sehr seltener Wasservögel“, erklärt Zimmermann. „Da versteht sich, dass Hunde nicht zu Wasserspielen animiert werden sollten.“

12 Kommentare zu Auf Bohlenwegen durch die Fürstenkuhle.

  1. Hier wird sich mal wieder über ungelegte Eier aufgeregt…

    Vor dem Bohlenweg hätte „man“ da auch schon grillen und partie-machen können. Und – ist dort jemals „jemand“ derart aufgefallen? Nö! Selbst zum 1. Mai nicht. Und wir laufen dort regelmäßig zum 1. Mai und auch zu anderen Zeiten durch.

    Außerdem kann man gar nicht so viel Mückenspray mitnehmen wie eigentlich notwendig wäre :-))

    Die kleinen Tierchen sorgen schon dafür, dass sich dort niemand für längere Zeit niederläßt.

  2. Günter // 8. Februar 2012 um 20:57 //

    Klar muss die Jugend einen hohen Stellenwert genießen. Aber alles an seinem Ort. In Naturschutzgebieten wie der Fürstenkuhle, von denen es leider nicht mehr viele gibt, sind die Belange von „Knäckenten und Moorfrosch“ sehr wohl höher einzuschätzen als das Recht der Jugend auf Freizeit und Bespaßung. Und mit Verlaub, Grillen und Parties im NSG gehen gar nicht. Das gilt gleichermaßen für Jugendliche und Erwachsene.

  3. Nöö, der Schuh drückt nicht, alles gut!
    An der Politik gibt es immer was auszusetzen, aber ändern wird sich nix.

    Ich bin ja nah dran an der Fürstenkuhle. Werde mit Spannung verfolgen, welcher Erwachsene dort angrillt. Die Jugendlichen machen das ja nicht und an Marsmenschen glaube ich nicht.

    Wäre trotzdem gut, wenn die Verantwortlichen in Gescher Angebote schaffen. Es gibt viele Privatinitiativen (Hütten etc.), aber die Nachfrage ist sicher größer als das Angebot. Von der Stadt werden z.B. Ferienkoffer und ähnliche Dinge angeboten. Als ich mal vorgeschlagen habe, bessere Zeltplätze z.B. auf Schützenfestplätzen zu organisieren, erntete ich nur Ablehnung. Die machen nur Dreck… .

    Hier muß dringend umgedacht werden. Mit rel. kl. Aufwand könnte man im Außenbereich viel machen. Allerdings muss die Jugend erst einmal einen höheren Stellenwert bekommen als Knäckenten und Moorfrosch.

  4. @A

    Lesen Sie bitte meinen Eintrag genau: Steht dort Jugendliche???? Irgendwas stimmt bei Ihnen nicht. Wo drückt der Schuh? Raus damit….

  5. Kunst Zitat: „einladenden Terrasse“ … „Sauf – und Grillplatz“

    Der Grund warum ich mich dazu überhaupt hier äußere ist einfach erklärt. Wenn ein „Admin“, der offensichtlich an ein „Aufmerksamkeitssyndrom“ leidet, ein derart schlechtes Bild unserer Jugend zeichnet, kann man das so nicht stehen lassen.

    1. Alle in Gescher lebenden Jugendliche wissen, dass offene Feuer in Waldgebiete verboten sind.
    2. Wo wollen Sie Jugendliche grillen lassen?
    3. Es ist allemal besser wenn sich Jugendliche treffen, und von mir aus essen und trinken, als alleine vor dem PC zu hocken und sich durch schlechte Internetseiten das Hirn vernebeln zu lassen.

    Wenn jemand bei herrlichem Sonnenschein über Glasfaser,Ortseingangsschilder etc. schreibt, scheint dieser eine schwierige Jugend gehabt zu haben… 😉

    Fragen Sie Ihren Arzt nach „Ritalin“… 😉

  6. @Günter
    Ähnliche Gedanken hatte ich auch als ich am Samstag dort war. Ich unterstelle, dass die Aktion vom Kreis gut gemeint war… aber vielleicht nicht bis zu Ende gedacht. Ich befürchte, dass nicht zuletzt wegen der „einladenden Terrasse“ dort ein bevorzugter „Sauf- und Grillplatz“ entsteht. Mit entsprechenden Folgen. Warten wir`s nächste Frühjahr ab… Hier noch ein Foto.

    Größer? - Klick auf Bild!

  7. Günter // 5. Februar 2012 um 22:19 //

    Wir sind gestern durch die Fürstenkuhle spaziert und waren schockiert über den Gigantismus, der dort betrieben wurde. Der galerieartige Bohlenweg mit feuerverzinkten Geländerstützen (auf dem Foto oben noch nicht montiert) und Aussichtsplattform nimmt dem Ort den Zauber und den Nimbus, der ihn bisher umgab (ein Beispiel für einen bescheideneren Bohlenweg, der nicht die ganze Landschaft verschandelt, kann man sich am Heidesee in Coesfeld anschauen). Was hätte man mit den 85.000 Euro für tolle andere Maßnahmen machen können! M.E. hätte man ganz auf den Bohlenweg in der Fürstenkuhle verzichten können, selbst wenn in Folge von Wiedervernässungsmaßnahmen der Wasserspiegel steigt. Da muss man ggf. mal ein paar Stiefel anziehen, wenn man Moor und Heide genießen will. Das würde auch Publikum abhalten, das da nicht hingehört (z.B. Bollerwagenzieher am 1. Mai).

  8. Damals sind wir auf der „Entenkuhle“ immer Schlittschuh gelaufen. Ist das jetzt etwa auch nicht mehr erlaubt? :-))

    Mit den neuen Bohlenwegen käme man zumindest gut hin.

  9. @ Herr Kunst
    Die „bösen“ Bauern haben ja durch die FDP Borken Rückenwind bekommen 😉 Zu denen gehöre ich aber nicht.

    Hoffentlich bekommen Sie ein Gespräch zustande. Ich sehe nur ein Problem!!! Gehen Sie mal auf die Seite der „Stiftung Kulturlandschaft“. Bauernvertreter : J.R. und Jörg S.

    http://www.stiftung-kulturlandschaft.de/organe_und_gremien.html

  10. Franz-Josef Kunst // 8. Dezember 2011 um 10:05 //

    @A.

    Wie weit haben sich die Bauern von einer „realistischen Sichtweise“ oder von dem, was die einen Natur die anderen Schöpfung nennen, entfernt? Die Frage darf gestellt werden, denke ich.

    In einem Punkt gebe ich Ihnen recht. Die Gänse im und um das Kuhlenvenn herum sind ein Problem. Das sollte nach meiner Meinung emotionsfrei und sachlich/fachlich zu lösen sein.

    Ich werde versuchen, ein Gespräch zwischen Naturschützern und Vertretern der Landwirtschaft zu arrangieren. Ich hoffe, Sie sind dann auch dabei…

  11. Guten Tag Herr A.,

    Quintessenz Ihres Beitrags:

    -> Lieber nicht in die Natur gehen, man könnte ja gebissen werden. Bleibt in der Stadt/ Dorf/ Ort, setzt Euch den modernen Gefahren aus (Tritt in Hundekot, o.ä.)!

    -> NILgänse- Die Heuschrecken des Münsterlandes? Ranga Yogeshwar über die 7 Plagen ( in den nächsten Folgen: Mais, Schweine, Biogaskraftwerk, unbenannte Wege, Politik, Weihnachtskonzeption)

    Früher war alles besser!

    LG

  12. Lesen bildet, leider nicht immer.
    „Kreuzottern sonnen sich auf Wegen. Wenn sich Fußgänger nahen, räumen sie schnell das Feld“. Hoffentlich kann man da nur sagen. Die Kreuzotter ist eine Giftschlange mit einer Durchschnittslänge von 50 bis 70 cm. Für Erwachsene ist ein Schlangenbiss nicht lebensbedrohlich – für Kinder wohl. Es kommt zu Bissen wenn man versehentlich auf eine Kreuzotter tritt oder die Schlange in eine Ecke getrieben wird.
    Früher gab es „Kopfprämien“ pro erlegtem Exemplar.

    Zum Gänsevideo:
    Sie haben richtig erkannt, dass sich die Vögel auf einem Acker befinden. Leider ist das keine Zufallsaufnahme sondern täglich zu beobachten. Auch in diesem Jahr müssen Bauern ihre Getreideflächen durch Vogelscheuchen schützen. Ich beobachte die Tiere auch gerne, aber wenn tausende Vögel auf „nur“ 70 ha spazieren, ist das nicht mehr schön sondern ein Problem.

    Ich frage mich grundsätzlich, wie weit wollen sich „Städter“ noch von einer realistischen Sichtweise von Natur und Landschaft noch entfernen. Herr Kunst, ich habe Ihnen schon mehrfach Hilfe angeboten, wenn es um Themen jenseits der AVIA Tankstelle geht. Oder vertreten Sie die Meinung von Frau Zimmermann „Bauern sind nicht relevant“?

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